Rossinis Reise nach Reims glänzt mit Gesangskunst und theatralischem Feuerwerk
Adriana HaufferRossinis Reise nach Reims glänzt mit Gesangskunst und theatralischem Feuerwerk
Eine lebendige Oper des 19. Jahrhunderts steht erneut im Rampenlicht: Die Reise nach Reims – eine Opera buffa, die Gioachino Rossini 1825 zur Krönung von König Karl X. komponierte – vereint ein glanzvolles Ensemble in einem Wirbelsturm aus verwechselten Identitäten, romantischen Verstrickungen und atemberaubenden Gesangskünsten. Die Handlung spielt im Hotel „Goldene Lilie“, wo sich hochrangige Gäste versammeln, bevor sie zu den königlichen Feierlichkeiten aufbrechen.
Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Gruppe von Adligen, die in einer Provinzherberge festsitzt. Während sie auf ihre Abreise nach Reims warten, entfalten sich Intrigen, verschwimmen Verkleidungen, und unerwartet keimt die Liebe. Das spielerische Chaos der Oper erfordert vierzehn Sänger:innen, die nicht nur mit stimmlicher Brillanz, sondern auch mit körperlicher Beweglichkeit glänzen. Es wird mit Pistolen geschossen, eine Harfe geht dramatisch in Flammen auf, und die Darsteller:innen vollführen akrobatische Kunststücke mitten in einer Arie – alles mit perfektem Timing.
Cecilia Bartoli führt als Corinna das Ensemble an; ihre kristallklare Stimme entfacht ein Feuerwerk an Koloraturen. Edgardo Rochas lyrischer Tenor erstrahlt als Belfiore, während Dmitry Korchak als Graf Libenskof zu atemberaubenden stimmlichen Höhen aufsteigt. Tara Erraught begeistert mit ihrem Jodeln als Madame Cortese, die schlagfertige Wirtin des Hotels.
Marina Viotti verleiht der Gräfin Melibea Tiefe, und Mélissa Petit funkelt als Gräfin di Folleville. Das gesamte Ensemble agiert mit Präzision und verschmilzt Komödie, Romantik und technische Meisterschaft zu einer mitreißenden Gesamtleistung.
Diese Neuinszenierung von Die Reise nach Reims unterstreicht sowohl die musikalische Genialität als auch den theatralischen Wagemut des Werks. Die Mischung aus Gesangsvirtuosität, slapstickhafter Komik und opulenter Bühnengestaltung fesselt das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute. Mit einem Ensemble dieser Klasse beweist die Produktion, warum Rossinis Werk auch fast 200 Jahre nach seiner Entstehung als gefeiertes Meisterstück gilt.






