Wirtschaftsführer attackieren Reformstau – Ostdeutschland sucht Lösungen auf Wirtschaftsforum
Adriana HaufferWirtschaftsführer attackieren Reformstau – Ostdeutschland sucht Lösungen auf Wirtschaftsforum
Wirtschaftsführer zeigen sich zunehmend verärgert über Reformstau der Bundesregierung
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt, dass anhaltende Streitigkeiten das wirtschaftliche Vertrauen weiter untergraben. Vor diesem Hintergrund kommt vom 31. Mai bis 2. Juni das Ostdeutsche Wirtschaftsforum in Bad Saarow zusammen, um mit Schlüsselakteuren nach Lösungen zu suchen.
Auf der Tagung werden täglich rund 350 Vertreter aus der Wirtschaft erwartet. Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche diskutieren dort gemeinsam mit den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Die Veranstalter wollen trotz der aktuellen Wirtschaftsschwäche industrielle Chancen aufzeigen.
BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch übt scharfe Kritik an der Reformpolitik der Regierung. Die Unternehmen seien „tief enttäuscht, ja sogar frustriert“ über die ausbleibenden Fortschritte, so Lösch. Der BDI rechnet in diesem Jahr mit keinem industriellen Wachstum – verantwortlich gemacht werden der Konflikt mit dem Iran, hohe Energiekosten und übermäßige Bürokratie.
Lösch warnte zudem vor den Risiken gescheiterter Reformen, insbesondere in einem Wahljahr. Er forderte weniger Hemmnisse für Innovation und Investitionen und kritisierte, dass die aktuelle Regulierungsflut den Fortschritt blockiere. Gleichzeitig verwies er auf Potenziale in Ostdeutschland, etwa verfügbare Flächen und eine gut ausgebaute Infrastruktur – besonders im wachsenden Rüstungssektor.
Das Forum wird die Politik unter Druck setzen, die Sorgen der Wirtschaft ernst zu nehmen. Angesichts der ausbleibenden Industriekonjunktur 2024 fordern Unternehmen schnellere Reformen und weniger Bürokratie. Die Ergebnisse der Veranstaltung könnten die Wirtschaftspolitik im Vorfeld der anstehenden Wahlen prägen.






