06 February 2026, 18:22

Thüringer Landtag lehnt Bargeld für Nahverkehrstickets ab – digitale Zukunft gewinnt

Eine Person gibt Geld an einer Kasse an eine andere Person weiter, mit Geldscheinen und Papieren auf dem Tisch und einer Tür rechts daneben.

AfD-Fraktion fordert Beibehaltung von Barzahlung für Fahrkarten - Thüringer Landtag lehnt Bargeld für Nahverkehrstickets ab – digitale Zukunft gewinnt

Der Thüringer Landtag hat einen Antrag abgelehnt, der Bargeldzahlungen für Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr erhalten sollte. Die AfD hatte den Vorstoß eingebracht und argumentiert, dass physisches Geld für viele Fahrgäste unverzichtbar bleibe. Die anderen Parteien sprachen sich jedoch für digitale Alternativen als zukunftsweisende Lösung aus.

Die AfD-Fraktion setzte sich dafür ein, Bargeld weiterhin als Zahlungsmöglichkeit für Tickets zuzulassen. Ihr Abgeordneter Marcel Kramer betonte, es handele sich um die einfachste und zuverlässigste Methode – insbesondere für Menschen ohne Zugang zu digitalen Zahlungssystemen. Er warnte, dass eine Abschaffung des Bargelds einige Reisende benachteiligen könnte.

Andreas Schubert von der Linken stimmte zu, dass Bargeld nach wie vor eine wichtige Rolle für die Teilhabe aller spiele. Er verwies darauf, dass nicht jeder ein Bankkonto besitze oder digitale Bezahlmethoden nutzen könne. Gleichzeitig machte er deutlich, dass seine Partei bargeldlose Systeme nicht grundsätzlich ablehne.

Niklas Waßmann von der CDU erklärte hingegen, seine Partei bevorzuge es, den Kommunen die Entscheidung zu überlassen, wie Zahlungen abgewickelt werden sollen. Er argumentierte, dass regionale Flexibilität praktikabler sei als eine einheitliche Regelung für alle.

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In ganz Deutschland setzen Verkehrsbetriebe bereits zunehmend auf digitale Lösungen. So wurden über die eezy.nrw-App des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) seit 2021 bereits 15 Millionen Buchungen abgewickelt. Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) in Bayern wird seine Egon-App 2026 aktualisieren, um SEPA-Überweisungen, Kreditkarten und PayPal zu unterstützen. Andere Regionen, die das koveb-System nutzen, setzen mittlerweile auf App-basiertes Einchecken, Barcode-Tickets und Abo-Modelle wie das Deutschlandticket.

Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) befürwortet bundesweit den Verzicht auf Bargeld. Als Hauptgründe werden eine erhöhte Sicherheit, bessere Hygiene und eine höhere Effizienz genannt.

Mit der abgelehnten AfD-Initiative wird Thüringens Nahverkehr weiterhin auf digitale Bezahlmethoden umstellen. In anderen Bundesländern haben die Verkehrsbetriebe bargeldlose Optionen bereits eingeführt – Apps und Abonnements werden zunehmend zum Standard. Die Entwicklung spiegelt einen bundesweiten Trend im öffentlichen Personennahverkehr wider.