Scheinstudierende nutzen Uni-Rabatte – doch wie viele sind es wirklich?

Reingard Faust
Reingard Faust
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Ein Plakat mit der Aufschrift "Die Biden-Harris-Regierung hatadditionalen 9 Milliarden US-Dollar an Studienkrediten für 125.000 Schuldner genehmigt" und einem Logo unten.Reingard Faust

Vorgaukstudium? Das berichten thüringische Universitäten - Scheinstudierende nutzen Uni-Rabatte – doch wie viele sind es wirklich?

Deutsche Hochschulen kämpfen mit wachsender Zahl von Scheinstudierenden

An Universitäten in ganz Deutschland mehren sich die Fälle von Studierenden, die sich nicht für einen Abschluss, sondern wegen der Vergünstigungen und Rabatte einschreiben. Das Problem wirft Fragen der Fairness auf, belastet die Verwaltung und verfälscht möglicherweise sogar die Abschlussstatistiken. Doch wie viele Studierende tatsächlich aus diesem Grund immatrikuliert sind, weiß niemand genau.

Ab diesem Sommer steigt der Semesterbeitrag an den meisten Hochschulen auf etwa 304 Euro – inklusive Deutschlandticket. Für diesen Betrag erhalten Studierende Zugang zu einem breiten Angebot an Vergünstigungen: ermäßigte Eintritte in Schwimmbäder, Saunen, Sportkurse und Kulturveranstaltungen. Dazu kommen Rabatte auf Software, Nahverkehrs-Upgrades und Einkäufe über Plattformen wie UNiDAYS. Einige Einrichtungen, etwa die Justus-Liebig-Universität Gießen, bieten zusätzlich vergünstigte Tarife für Sporteinrichtungen an – so kostet eine Schwimmstunde dort nur 3 statt 4,50 Euro.

Doch die Hochschulen tun sich schwer damit, zu überprüfen, ob Studierende tatsächlich studieren oder sich nur wegen der Vorteile einschreiben. In Thüringen geben viele Einrichtungen offen zu, dass sie keinen Überblick darüber haben, wie viele Studierende zu dieser Gruppe gehören. Ohne konkrete Daten bleibt das Ausmaß des Problems unklar.

Die Praxis verursacht zusätzlichen Verwaltungsaufwand und wird weithin als ungerecht empfunden. Zudem droht sie, die Abschlussstatistiken zu verzerren und so die Bewertung der akademischen Leistungen zu erschweren. Trotz dieser Bedenken gibt es keine offiziellen Schätzungen, wie viele Studierende das System auf diese Weise ausnutzen.

Das Problem offenbart eine Lücke in der Hochschulaufsicht, da die Einrichtungen nur schwer zwischen ernsthaften Studierenden und solchen unterscheiden können, die sich lediglich wegen der Vergünstigungen immatrikulieren. Zwar bleiben die Rabatte ein wertvoller Bestandteil des studentischen Lebens – doch das fehlende Monitoring bedeutet, dass sich das Problem weiter verschärfen könnte. Bis auf Weiteres bleibt unklar, wie viele Studierende die Vorteile tatsächlich auf diese Weise in Anspruch nehmen.

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