Flächendeckender Wohnungsbetrug in NRW: Wie GeKo Rhein Wupper Scheinanmeldungen aufdeckt
Berndt MitschkeFlächendeckender Wohnungsbetrug in NRW: Wie GeKo Rhein Wupper Scheinanmeldungen aufdeckt
Ein neues länderübergreifendes Projekt hat in Nordrhein-Westfalen flächendeckenden Wohnungsbetrug und illegale Immobiliennutzung aufgedeckt. Die vor einer Woche gestartete Initiative GeKo Rhein Wupper brachte Scheinwohnsitze, gefälschte Anmeldungen und unerlaubte Bauten in mehreren Städten ans Licht. Bereits jetzt wurden in Langenfeld und Umgebung Dutzende Fälle zur Anzeige gebracht.
Die zentrale Koordinierungsstelle von GeKo Rhein Wupper hat ihren Sitz in Wuppertal. Zehn Städte – darunter Wuppertal, Solingen, Remscheid, Leverkusen, Köln, Düsseldorf, Neuss, Krefeld, Mönchengladbach und Duisburg – sind offiziell beteiligt. Langfristig könnten weitere Kommunen an Rhein und Wupper wie Bonn, Bergisch Gladbach oder Hilden hinzukommen. Das vom Land finanzierte Vorhaben stärkt die Zusammenarbeit zwischen Behörden, um organisierte Kriminalität, Sozialbetrug und andere Straftaten effektiver zu bekämpfen.
Bei einer gemeinsamen Aktion unter Leitung von Oliver Konsierke wurden in Langenfeld betrügerische Wohnsitzkonstruktionen aufgedeckt. Allein im Stadtteil Reusrath fanden die Ermittler zwölf Scheinwohnsitze, die auf EU-Bürger aus Osteuropa angemeldet waren, die dort jedoch nie gelebt hatten. Die Betroffenen werden nun abgemeldet. In Richrath stießen die Behörden auf eine unrechtmäßige Anmeldung, die zur Abmeldung führte – zudem gibt es Hinweise auf eine vorgetäuschte Vaterschaft und illegale Baumaßnahmen.
An einer dritten Adresse in Langenfeld vermuten die Ermittler, dass Scheinanmeldungen genutzt wurden, um Einwanderungsregeln zu umgehen. An einem weiteren Standort lebten sieben Personen mit unklarem Aufenthaltsstatus; zwar befanden sich dort Büroräume und Lagerflächen, doch war kein Gewerbe angemeldet. Die Untersuchungen förderten zudem ungewöhnliche Investitionsmuster zutage: Betroffene hatten Immobilien erworben, die in keinem Verhältnis zu ihren angegebenen Einkünften standen.
Ziel der Initiative ist es, den Echtzeit-Datenaustausch und präventive Maßnahmen über Stadtgrenzen hinweg zu verbessern. Durch die Bekämpfung von Verstößen gegen das Wohnraumstärkungsgesetz und anderen Rechtsbrüchen soll sie sowohl staatliche Institutionen als auch die Gesellschaft widerstandsfähiger gegen Kriminalität machen.
Die GeKo Rhein Wupper-Initiative hat bereits zu Abmeldungen und rechtlichen Prüfungen in Langenfeld geführt. Die Behörden werden weiterhin gegen illegale Wohnpraktiken, Scheinanmeldungen und finanzielle Unstimmigkeiten vorgehen. Langfristig soll die Zusammenarbeit ausgebaut werden, um grenzüberschreitende Kriminalität in der Region einzudämmen.
