Aschaffenburg plant Gedenkstätte für Messerangriff an Ostern 2025 im Schöntalpark
Berndt MitschkeAschaffenburg startet Wettbewerb für Gedenkstätte - Aschaffenburg plant Gedenkstätte für Messerangriff an Ostern 2025 im Schöntalpark
Gedenkstätte in Aschaffenburgs Schöntalpark für Opfer des Messerangriffs an Ostern 2025 geplant
Im Schöntalpark in Aschaffenburg entsteht eine Gedenkstätte für die Opfer eines tödlichen Messerangriffs an Ostern 2025. Damals tötete ein afghanischer Mann zwei Kinder und verletzte vier weitere mit einem Messer schwer. Der Täter, ein Geflüchteter, wurde später aufgrund einer psychischen Erkrankung für nicht schuldfähig erklärt und in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung eingewiesen.
Der Stadtrat hat nun die Pläne für eine öffentliche Gedenkstätte mit einem Budget von 300.000 Euro und einem Fertigstellungstermin am 22. Januar 2028 gebilligt.
Der Angriff ereignete sich am 22. Januar 2025, als ein 32-jähriger Afghane eine Gruppe kleiner Kinder im Schöntalpark attackierte. Zwei starben noch am Tatort, vier weitere erlitten schwere Verletzungen. Die Behörden bestätigten, dass der Verdächtige als Geflüchteter nach Deutschland gekommen war und aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung als verhandlungsunfähig eingestuft wurde. Ein Gericht ordnete seine unbegrenzte Unterbringung in einer forensischen Psychiatrie an.
Als Reaktion kündigte der Aschaffenburger Stadtrat den Bau einer Gedenkstätte an. Statt eines klassischen Denkmals schlagen die Verantwortlichen einen offenen Raum vor, der der Besinnung, Bildung und gemeinschaftlichen Begegnungen dienen soll. Das Projekt soll Themen wie Verantwortung, Solidarität und zivilen Mut verkörpern. Ein öffentlicher Wettbewerb für das Design der Gedenkstätte wurde ausgestaltet; eine endgültige Entscheidung wird bis Herbst 2025 erwartet.
Die Initiative steht im Kontext früherer Kontroversen um Gedenkproteste in Deutschland. In den Monaten nach dem Angriff planten linke Gruppen – darunter der Studentenverband der Linken, die Jüdische Stimme und die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) – Demonstrationen unter dem Motto Kufiyas in Buchenwald. Kritiker warfen ihnen historische Geschichtsverzerrung und die Instrumentalisierung von Erinnerung für politische Zwecke vor. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, verurteilte die Proteste als "neuen Tiefpunkt der Täter-Opfer-Umkehr", während die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald vor einer ideologischen Vereinnahmung von Gedenkorten warnte.
Die Gedenkstätte im Schöntalpark soll bis zum 22. Januar 2028 fertiggestellt werden – genau drei Jahre nach dem Angriff. Das 300.000-Euro-Projekt wird als Ort der Trauer, des Lernens und des gemeinschaftlichen Austauschs dienen. Stadtvertreter betonen seine Bedeutung für den Dialog und die Prävention zukünftiger Gewalt.
